Wie Sie mit dem Basiszinssatz Verzugszinsen berechnen

Um trotz offener Rechnungen nicht mit dem eigenen Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, ist ein gut organisiertes Mahnwesen unerlässlich. Zahlt der Kunde nicht, gehört es auch dazu den Verzugszins anhand des Basiszinssatzes regelmäßig neu zu berechnen und anzuwenden. Wie das funktioniert, erklären wir hier:

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Basiszinssatz?
  2. Wie berechne ich Verzugszinsen bei einem Zahlungsverzug?
  3. Seit 2013 ist der Basiszinssatz negativ.

Was ist der Basiszinssatz?

Der Basiszinssatz ist die Grundlage zur Berechnung von Verzugszinsen. Die Bundesbank berechnet ihn jedes halbe Jahr. Er wird jeweils am 01.01. und am 01.07 veröffentlicht. Seit dem 01.01.2018 beträgt er -0,88 Prozent (das Halbjahr zuvor ebenfalls -0,88 Prozent). Seit 2013 befindet er sich im Minus.

Wie berechne ich Verzugszinsen bei einem Zahlungsverzug?

Die Verzugszinsberechnung ist abhängig vom Schuldner. Handelt es sich um einen Privatkunden, der nicht zahlt, liegt der Verzugszins 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Ist der Schuldner wiederum ein Geschäftskunde, liegt der Zins bei 9 (früher 8) Prozentpunkten über dem Basiszinssatz.

Für das zweite Halbjahr 2015 bedeutet das, dass der Verzugszins für Privatpersonen bei 4,17 Prozent und unter Geschäftsleuten bei 8,17 Prozent liegt.

Wichtig ist für das Schreiben von Mahnungen, dass bei einem Zahlungsverzug der richtige Zins anzuwenden ist. Ist die Forderung am 31.07.2014 fällig, muss vom 01.08.2014 bis zum 31.12.2014 der Zinssatz aus der zweiten Jahreshälfte (ab dem 01.07.2014) angewandt werden. Ab dem 01.01 des neuen Jahres, gilt dann der neue Verzugszins.

Der Basiszinssatz für die vergangenen Jahre kann auf der Internetseite der Bundesbank nachgeschaut werden.

Seit 2013 ist der Basiszinssatz negativ

Im Jahr 2013 lag der Basiszinssatz das erste Mal im Minus. Die Inkassobranche kritisierte damals, dass die Bundesbank den Verzugszins flexibel anhand des Basiszinssatzes berechnet. Mit einem sinkenden Verzugszins, würde auch der Druck auf den Schuldner sinken, zügig zu bezahlen.

Des Weiteren wurde bemängelt, dass durch die niedrigen Verzugszinsen ein Anreiz entsteht den Verzug als günstigen Kredit zu missbrauchen anstatt Geld bei der Bank zu leihen. Der Gläubiger hätte dann das Nachsehen.

Eine Alternative zur ständigen Kontrolle des Basiszinssatzes ist es die Arbeit auszulagern. Sparen Sie Zeit und Nerven, in dem Sie Mahnungen schreiben lassen statt sie selbst zu schreiben.

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