Inkasso gleich negative Schufa? Wir klären auf!

Sie halten einen Brief eines Inkassounternehmens in der Hand und fürchten sich jetzt vor einem Eintrag bei der Schufa? Ob die Sorge berechtigt ist und ab wann Sie wirklich mit ernsten Konsequenzen rechnen müssen, erklären wir Ihnen hier.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Schufa?
  2. Wozu braucht Inkasso Schufa?
  3. Ab wann bekommt man einen Schufa-Eintrag?
  4. Schufa-Eintrag als Drohung?
  5. Was sind mögliche Konsequenzen eines negativen Schufa-Eintrags?
  6. Dürfen meine Daten an die Schufa weitergeleitet werden?
  7. Fazit

Was ist die Schufa?

Die Schufa – „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ – ist die führende Auskunftei Deutschlands. 1927 gegründet, stellt sie Unternehmen und Verbrauchern wichtige Informationen zu Bonität und sicheren Geschäftsabschlüssen zur Verfügung.

Wozu braucht Inkasso Schufa?

Jedes Inkassounternehmen kooperiert mit einer Auskunftei. Denn die Feststellung der Bonität bildet die Basis für zielgerichtetes Inkasso – mit möglicher Konsequenz für weitere Maßnahmen.

Ab wann bekommt man einen Schufa-Eintrag?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat die Schufa fast jeden erwachsenen Deutschen erfasst. Ein negativer Eintrag bei der Auskunftei setzt eine unbezahlte und unbestrittene Rechnung voraus, die rechtskräftig ist. Dafür müssen ein gerichtliches Urteil oder ein Mahnbescheid und ein gerichtlicher Vollstreckungsbescheid vorliegen.

Das heißt: Halten Sie eine erste Mahnung von einem Inkassounternehmen in der Hand, haben Sie nicht automatisch einen negativen Schufa-Eintrag.

Schufa-Eintrag als Drohung?

Ein Inkassounternehmen darf einen Schuldner nicht mit einem Schufa-Eintrag unter Druck setzen. Nach Paragraf 4 Nr. 1 UWG stellt die Beeinträchtigung der Entscheidungsfreiheit in unangemessener Weise eine unlautere Handlung dar. Es besteht die Gefahr, dass sich Verbraucher nicht informationsgeleitet entscheiden, sondern nur aus Furcht vor einem Schufa-Eintrag zahlen.

Was sind mögliche Konsequenzen eines negativen Schufa-Eintrags?

Ein negativer Schufa-Eintrag hat Folgen. Der Scoring-Wert, der anzeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Kredit bedient wird, verschlechtert sich. Alle Vertragsabschlüsse, bei denen Schufa-Daten abgefragt werden, sind beeinträchtigt.

Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, ein Giro-Konto zu eröffnen. Er kann weder Dispo-Kredit noch EC- oder Kredit-Karte nutzen. Auch der Abschluss eines Handy-Vertrags oder das Einkaufen auf Rechnung im Versandhandel ist so nicht möglich.

Dürfen meine Daten an die Schufa weitergeleitet werden?

In der Vergangenheit wurde häufig über eine Einmeldeklage versucht die Weitergaben von Daten an die Schufa zu unterbinden. Ein Schufa-Eintrag konnte auf diese Weise verhindert werden.

Argumentiert wurde, dass Inkassounternehmen nicht die eigentlichen Forderungsinhaber seien und es ihnen an einer Berechtigung zur Datenübermittlung fehle.

Im März 2015 hat das OLG Düsseldorf jedoch endgültig in dieser Streitfrage zu Gunsten der Inkassounternehmen entschieden. Daten, die sich auf die Forderung beziehen, dürfen an die Schufa weitergegeben werden. Grund dafür ist, dass der Forderungsinhaber das Inkassounternehmen ausdrücklich damit beauftragt hat für ihn in der Sache tätig zu werden(§ 28 Abs. 1 BDGS).

Fazit

Einen negativen Schufa-Eintrag erhalten Schuldner nicht von heute auf morgen. Im Vorfeld bestehen zahlreiche Möglichkeiten, diesen abzuwenden. Fast jeder hat schon mal eine Rechnung übersehen und eine Mahnung erhalten. Kein Risiko gehen Sie ein, wenn Sie sich schnell um Rechnungen kümmern und zeitig zahlen. Und falls doch einmal Unklarheiten auftreten, empfiehlt es sich, den Gläubiger bzw. den Inkassodienstleister direkt zu kontaktieren.

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